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Zecken und ihre Bedeutung für den Tourengeher

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Zecke, vielfache Vergrößerung (7k)Zecken, lat. Ixodida, gehören zur Klasse der Spinnentiere. Sie bilden eine Überfamilie innerhalb der Milben und werden hier den parasitischen Milben zugeordnet. Zecken, deutlich kleiner als ein Streichholzkopf, bilden die größten Milbenarten. Die meisten Arten sind Ektoparasiten, d.h. sie dringen nicht in den Körper des Wirtes ein. Als Wirte dienen Vögel, Reptilien und Säugetiere, hier besonders Nagetiere, Fledermäuse, die hundeartigen und Paarhufer. Durch diese breite Streuung ihrer Wirte geraten sie zu bedeutenden Krankheitsüberträgern, insbesondere auch für den Menschen.

Weltweit kommen Zecken in den gemäßigten Klimazonen, Tropen und Subtropen vor. Schildzecken bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit und relative Wärme. Sie halten sich vornehmlich im Gestrüpp, in hohen Gräsern und Farnen oder im Unterholz bis ca. 1,5 Meter Höhe auf, was der Größe des potenziellen Wirtes entspricht. Sie lassen sich abstreifen, sobald sich der potenzielle Wirt vorbei bewegt. In Europa ist der Gemeine Holzbock, lat. Ixodes ricinus, der häufigste Vertreter. Er bevorzugt Mischwälder, besonders Unterholz nahe von Gewässern, seltener reine Nadelwälder.
Lederzecken sind in den Tropen und Subtropen verbreitet und bevorzugen eher trockenere dunkle Unterschlupfe. Besonders gut geeignete Bedingungen zeigen Waldränder und Waldlichtungen mit hochgewachsenen Gräsern, Feuchtwiesen und Bachränder mit gleichartigem Bewuchs und weiterhin Laub- oder Mischwald mit grasigen oder krautigen Unterwuchs. Sie sind durchaus auch in Gärten und Parks zu finden.

Zecken sind in unseren Breiten ab etwa 8 °C gewöhnlich von März bis Oktober aktiv, aber auch bereits bei 2 °C als aktiv beobachtet worden. Erst eine Schneedecke zwingt sie definitiv zum Rückzug. Im Freien sind Zecken während der Winterperiode nicht aktiv. Sehr viele von ihnen überleben diese Jahreszeit nicht. Ihre Lebenserwartung beträgt zwei bis fünf Jahre.
Zecken durchlaufen als Larve, Nymphe und erwachsenes Tier drei Entwicklungsstadien. Um diese Stadien zu erreichen, muss die Zecke jeweils eine Blutmahlzeit aufnehmen. Zeckenlarven sind winzig und hell und können die Haut eines Menschen nicht durchbohren. Sie besitzen im Gegensatz zu den späteren Stadien auch nicht vier, sondern nur drei Beinpaare. Nymphen sind etwa stecknadelkopfgroß und können nach einer Blutmahlzeit groß wie eine Erbse werden. Erwachsene Tiere erreichen bis zu vier Millimeter. Menschen werden in der Regel von diesen erwachsenen Tieren befallen.

Zecken ernähren sich vom Blut ihrer Wirte. Nach einer ausgedehnten Blutmahlzeit erreichen vor allem weibliche Zecken eine Größe von bis zu drei Zentimeter. Die Zecken krabbeln bei Tier und Mensch bis zu mehreren Stunden am Körper auf der Suche nach einer günstigen Einstichstelle umher. Sie zeigen sich dabei wählerisch und bevorzugen feuchte, warme, gut durchblutete, dünne Haut. Diese Stellen finden sich beim Menschen besonders an Kniekehlen, Haaransatz, Leistenbeuge und hinter dem Ohr. Nach Beendigung ihrer Blutmahlzeit lassen sie sich vom Wirt abfallen. Die Weibchen begeben sich anschließend auf die Suche nach einer geschützten Stelle am Boden, um alsbald Eier abzulegen. Die Eiablage kann mehrere Tage andauern. Dabei werden insgesamt etwa 2.000 Eier produziert ehe das Weibchen verendet.

Als natürliche Feinde der Zecken sind etwa bestimmte Pilzarten, Fadenwürmer, Vögel und parasitische Wespen bekannt. Außerdem dezimieren extrem kalte Winter unter -20 °C den Bestand. Es wird diskutiert, natürliche Feinde der Zecken wie etwa die Wespen gezielt in Risikogebieten auszubringen und so die Zeckenpopulation zu reduzieren.

Krankheitsgefährdung für den Menschen

Zecken übertragen aufgrund ihrer Lebensweise häufig Krankheitserreger zwischen den verschiedenen Wirten. Sie selbst erkranken dabei nicht. Der Mensch ist dabei durch verschiedene ernste Erkrankungen betroffen:

  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, Hirnhautentzündung)
  • Lyme-Borreliose
  • Rickettsiosen.

Ehrlichiose und Babesiose kommen in unseren Regionen kaum vor. Viele dieser Krankheiten zeigen ein äußerst diffuses, häufig schwer diagnostizierbares Krankheitsbild, das zudem erst mit deutlicher Verspätung Symptome hervorbringen kann. Manche Infektionen begleiten den Menschen als chronische Krankheit ein Leben lang und können zu Berufs- und Arbeitsunfähigkeit führen.

FSME ist eine Infektionskrankheit des Nervensystems. Der Name weist auf gehäufte Vorkommen in den Frühsommermonaten hin, die Krankheit tritt aber auch bis in den Herbst hinein auf. Etwa sieben bis vierzehn Tage nach dem Zeckenstich beginnt die Erkrankung mit Symptomen wie bei einem grippalen Infekt: Allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, möglicherweise Katarrh der oberen Atemwege. Bei den weitaus meisten der Infizierten ist die Krankheit damit überwunden. Bei etwa jedem fünften Betroffenen reichen die Abwehrkräfte des Körpers nicht aus und die Viren befallen das Nervensystem. Dann zeigen sich nach einigen beschwerdefreien Tagen schwere bis schwerste Krankheitserscheinungen: Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, hohes Fieber, Nackensteife, Schwindel (wenn Hirn- und Rückenmarkshäute befallen), Bewusstseinstrübung, halbseitige Lähmung, Krampfanfälle, Sprach-, Schluck-, und Bewegungsstörungen, Hörsturz, Gesichtslähmungen (wenn Gehirn bzw. Gehirnnerven befallen), Muskelschwäche, Lähmungen und Gefühlsstörungen der Arme und Beine (wenn Rückenmark bzw. periphere Nerven befallen). Mit fortschreitendem Lebensalter häufen sich diese schweren Verlaufsformen.
Für die Wahrscheinlichkeit, sich mit FSME zu infizieren, muss es bei groben Schätzungen bleiben. In Südbaden ist immerhin bekannt, dass etwa ein bis fünf Prozent der Zecken FSME-Viren in sich tragen. Glücklicherweise verläuft allerdings ein Teil der FSME-Infektionen symptomfrei. Deshalb dürfte eher nach jedem hundertsten bis tausendstem Zeckenstich mit einer Frühsommer-Meningoenzephalitis zu rechnen sein. Insgesamt werden in Deutschland pro Jahr einige hundert Fälle von FSME diagnostiziert, die Dunkelziffer dürfte ein vielfaches betragen.

In Europa ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit die Lyme-Borreliose, bei der Bakterien, die Borrelien, übertragen werden. Eine Erkrankung mit Borrelien ist oftmals schwer zu erkennen. Die Symptome sind unspezifisch, sehr vielfältig und treten nicht unbedingt bei allen Erkrankten auf. Da die Krankheit nicht meldepflichtig ist und oft kaum erkannt wird, bleiben genaue Erkrankungszahlen aus. Schätzungen gehen von etwa 50.000 Erkrankungsfällen pro Jahr in Deutschland aus, die jedoch in der Mehrzahl der Fälle vom körpereigenen Immunsystem erfolgreich bekämpft werden kann. Borrelien sind zunächst weniger infektiös als FSME-Erreger. Da sich diese Bakterien im Darm der Zecken einnisten, gelangen sie weniger rasch in den menschlichen Körper. Um sich mit Borrelien zu infizieren, muss die Zecke bald 24 Stunden auf der Haut sitzen und Blut saugen. Obwohl jede vierte Zecke diese Bakterien in sich trägt, führt somit nur etwa jeder dreißigste Stich zur Infektion. Mit einer Borreliose ist letztlich bei jedem hundertsten Zeckenopfer zu rechnen. Ausgangspunkt für die Übertragungskette sind hier infizierte Mäuse, Füchse oder Krähen (auch angelockt durch offenen Müll), nicht jedoch z.B. Wiederkäuer [5].

Rickettsiosen sind Fleckfiebererkrankungen, die durch Bakterien der Gruppe der Rickettsien (lat. Rickettsiaceae) hervorgerufen werden. Übertragen werden diese Bakterien von verschiedenen Spinnentieren und eben auch den Zecken. Deutschlandweit dürften etwa zehn Prozent der Zecken mit humanpathogenen Rickettsien infiziert sein. Im Land Brandenburg sind jüngst Populationen von Auwaldzecken aus Ost- und Südeuropa zugewandert, bei denen etwa die Hälfte den Erreger Rickettsia raoultii mit sich trägt, der zu Schwellungen der Lymphknoten führt.

Ein Zeckenstich bleibt unbemerkt, da die Zecken die Einstichstelle betäuben. Hat eine Zecke zugestochen, so gibt sie sofort ihren Speichel ab. Dieser enthält einen Gerinnungshemmer. Nach zehn bis fünfzehn Stunden pumpt sie die unverdaulichen Reste der Blutmahlzeit wieder in ihren Wirt zurück. Das ist die kritische Phase, da nun Krankheitserreger, die sie bei vorherigen Opfern aufgenommen hat, in den Wirtskörper gelangen können. Daher steigt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Krankheitserregern mit der Dauer der Stechzeit.
Hat eine Zecke zugestochen und sich festgesaugt, ist es somit dringend angeraten, sie zu entfernen. Man löst das mit seinem Stechwerkzeug verhakte Kleintier am besten vorsichtig ziehend (die hier häufig erwähnte Drehbewegung ist eine sinnlose und entbehrliche Artistik) bis es nach bald einer halben Minute ruckartig von der Haut ablässt. Es gibt spezielle Zeckenzangen dafür, eine gewöhnliche Pinzette ist für Ungeübte noch besser geeignet. Die Zecke ist dabei unmittelbar über der Einstichstelle zu packen. Eine Infizierung mit einem der Erreger muss nicht zwingend erfolgt sein, da sie erst Stunden nach dem Zustechen eintreten kann. Die Gefahr sich zu infizieren erhöht sich jedoch immens, wenn man die Zecke beim Versuch sie zu entfernen quetscht oder zerdrückt.

Nur gegen die FSME gibt es eine Schutzimpfung. Diese empfiehlt sich für jeden, der in einem Risikogebiet wohnt oder im freien arbeitet oder plant dorthin zu verreisen. Wird man ohne Impfschutz von einer Zecke gestochen, muss unbedingt in Erfahrung gebracht werden, ob der Kontakt in einem gefährdeten Gebiet stattgefunden hat. Denn innerhalb von vier Tagen besteht noch die Möglichkeit, sich durch ein Hyperimmunglobulin-Präparat passiv immunisieren zu lassen und so kurzfristig einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Eine dauerhafte Immunität wird dadurch nicht erreicht.

Verbreitungsgebiete der FSME

  • In Deutschland ist das Gebiet der mit FSME infizierten Zecken nahezu deckungsgleich mit den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern mit Ausnahme größerer Landstriche in Oberschwaben. Darüber hinaus sind noch Hessen südlich des Mains und einige Landkreise im südlichen Thüringen und Sachsen gefährdet.
  • In der Schweiz ist das Mittelland und ganz besonders der Bodenseeraum gefährdet.
  • In Österreich zeigt sich das ganze Tiefland mit Ausnahme der Gebiete östlich von Wien betroffen.

Im übrigen Europa sind Albanien, Slowenien, das westliche Ungarn, die Tieflandregionen von Kroatien und der Slowakei, Tschechien, Nord- und Ostpolen und die baltischen Staaten sowie die schwedische Ostküste FSME-Risikogebiete. Im Osten sind Weißrussland und eine weit ausgedehnte Region um Moskau betroffen. Im übrigen Europa finden sich kaum Risikogebiete.

Der Alpenraum mit Ausnahme der wenigen ganz großen Stromtäler zeigt sich für Zeckenpopulationen klimatisch generell ungeeignet. Sehr langfristig betrachtet wird hier durch die Klimaerwärmung das Risiko etwas ansteigen.

Gefährdung für den Gebirgstouristen

Da Zecken im Winter unserer Breiten nicht aktiv sind, bleiben Schi- und Schneeschuhtouren selbst in bewaldeten Zonen unter 2.000 Meter Meereshöhe unproblematisch.
Das Verbreitungsgebiet der Zecken lässt einerseits die Hochgebirgregionen aus, andererseits sind jedoch gerade die gerne frequentierten Mittelgebirgsregionen in Süddeutschland stark von mit FSME infizierten Populationen betroffen. Risikobehaftet im deutschsprachigen Raum sind damit die Tourengebiete Schwarzwald, Schwäbische Alb, Odenwald, Spessart, Rhön, Thüringer Wald, Erzgebirge, Fränkische Alb, Fichtelgebirge, Böhmerwald / Bayerischer Wald, Randgebiete der Appenzeller Alpen und der Bayerischen Voralpen sowie der Hausruck in Oberösterreich. Doch auch in Hunsrück, Nordhessischem Bergland und Harz bleibt man nicht von diesem Thema verschont. Will man der Gefährdung durch FSME entgehen, sind sommerliche Touren weglos durch Gestrüpp und Unterholz in diesen Mittelgebirgsregionen also zu vermeiden.
Mit Borrelien infizierte Zeckenpopulationen finden sich allerdings überall in Deutschland, ohne dass es eine Schutzimpfung dagegen gäbe. Umfangreiche aktuelle Feldstudien [5] deuten aber darauf hin, dass im Vergleich auf bestoßenen Weideflächen sowohl die Zahl der Tiere als auch die Durchseuchungsrate am geringsten ist, während sich etwa in mit städtischem Unrat verunreinigten Stadtparks und Gärten eine hohe Gefahr zeigt. Die verursachte Borreliose kann immerhin nachträglich mit Antibiotika bekämpft werden, was sich jedoch u.U. über Jahre erstrecken kann.

S.a.:
[1] http://www.zecken.de
[2] http://www.sueddeutsche.de
[3] http://www.stmug.bayern.de
[4] http://www.aerzteblatt.de
[5] Studie der Baden-Württemberg-Stiftung

 

   

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